Sonntag, 3. April 2016

tabak

der aschenbecher quillt über.
ich rauche und rauche und rauche.
drehe die nächste zigarette mit meinen tollen ungebleichten, biologisch abbaubaren filtern und veganem tabak.
ich zünde mir die kippe an und nehme den ersten zug.
gedanken kreisen.
mein kopf trudelt irgendwo hinab.
ich weiß nichts mehr.
ich nehme noch einen zug.
war es richtig, frage ich mich, das alles hinter mir zu lassen?
ich flicke mit meinem daumen und asche fällt auf mein bein.
ja, es muss richtig gewesen sein.
um mich herum ist gezwitscher von den vögeln.
aber was, wenn ich nicht bereit war, denke ich und nehme noch einen zug von meiner zigarette.
ist man denn jemals bereit?
vielleicht nicht.
ich nehme einen schluck tee, er ist kalt.
die sonne ist eben untergegangen.
es wird dunkel.
das gezwitscher wird lauter.
vielleicht, denke ich, habe ich mir das alles zu einfach vorgestellt.
vielleicht war ich einfach zu naiv.
die kippe glimmt orange zwischen meinen fingern.
das ist eine schöne farbe, denke ich.
wenn es dunkel ist, wirft sie sogar einen winzig kleinen licht kegel.
habe ich erzählt, dass alles um meinen balkon herum anfängt zu blühen?
ich frage mich, ob blumen auch solche gedanken haben.
ich ziehe wieder an meiner zigarette und puste den rauch vor mir in die abendluft.
nein, blumen kümmern sich nicht, sage ich mir.
sie wünschten nicht, sie wären andersfarbig, größer oder kleiner.
sie blühen nur.
wieso kann das leben nicht leichter sein.
wieso liegt es mir so schwer auf den schultern, wenn doch eigentlich alles wie immer ist.
ich nehme erneut einen zug.
ob vögel sich wohl gedanken darüber machen, ob ihr freund schönere klänge hervor zaubert oder weiter fliegen kann?
ich flicke meinen daumen und asche fliegt hinab.
nein, sie kümmern sich nicht.
sie fliegen nur.
ich ziehe ein letztes mal und schraube mein aschenbecherglas auf.
ich lasse die zigarette hinein fallen und schraube es wieder zu.
aus.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen