Dienstag, 28. Oktober 2014

67,0

Überstunden machen ist scheisse.
Überstunden machen nachdem man nichtmal Mittagspause machen konnte ist auch scheisse.
Mit ner Aushilfe zu arbeiten (zugegeben, der Typ ist echt schnieke aber echt alt), die weniger Ahnung hat als man selber (FSJ hallo?!) ist auch scheisse.
Alles in Allem war heute Scheisse.
Das Gute in dieser Woche: ZAHLTAG. Oh gott ich freu mich so.
Dazu kommt ALKOHOL (Samstag, 18.Geburtstag von jemandem).
Außerdem hab ich ab Donnerstag erstmal bis zum 10.11 frei.

G. kotzt mich ein bisschen an, der rothaarige ist sich wohl zu schade an meinem Geburtstag Geld fürs Bahnfahren auszugeben. Klar, sind mal eben 60 Tacken - ABER WENN MAN DIE KOHLE HAT VERDAMMTE AXT.
Scheiss Uni, Scheiss S., Scheisse Scheisse Scheisse. Ich glaube mein Blutdruck ist so hoch, wenn mir einer blöd kommt, landet der im Krankenhaus.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Das also ist mein Leben.

Ich bin 5 und meine Mutter zieht mich an den Beinen durchs Wasser. Über mir eine Decke aus Holz, hinter meinem Kopf kann ich die große Uhr erkennen. In 10 Minuten müssen wir uns umziehen gehen. Es ist Zeit nach Hause zu gehen. 

Ich bin 6, erstes Schuljahr der Grundschule. Ein Junge aus meiner Klasse schreit mir "fette Kuh" ins Gesicht, als ich mit meiner lila Schneehose den Klassenraum betrete. 

Ich bin 7, ein Junge aus meiner Parallelklasse stellt sich mir in den Weg, als ich auf meinem Nachhauseweg bin. Er klaut mir meine Trinkflasche und wirft sie in Dornengestrüpp. Seine Freunde lachen und rennen weg. 

Ich bin immer noch 7 und versuche auf Spitzenschuhen die Stange im Saal entlang zu laufen. Meine Trainerin packt mich unsanft am Arm und zieht mich neben sich her, während mir die Tränen übers Gesicht laufen. Ich bin die schlechteste von allen. 

Ich bin 8 und hole meinen Schulranzen aus meinem Fach im Hort. Er ist komplett eingeschmiert mit Seife. Ich stehe weinend daneben, während meine Mutter versucht es abzuwaschen.

Ich bin 9 und traue mich im Sommer nicht in Unterwäsche zu spielen, wie meine Freundinnen. Ich schäme mich, weil ich soviel größer bin als sie. 

Ich bin 10 und schreibe meine erste 5. Zwei Stunden lasse ich mich von meinem Vater maßregeln und anschreien. 

Ich bin 12 und ein Freund meines Vaters gräbt mich an.

Ich bin 13 und das erste Mal verliebt.

Ich bin 13 und finde den ersten Blog von einem Mädchen, dass Bulimie hat. Noch heute wünsche ich mir, sie hätte ihren Blog nicht gelöscht. 

Ich bin 14 und fühle mich in diesen Blogs verstanden. Ich fange an viel Sport zu treiben.

Ich bin 14 und habe meinen ersten Freund. 

Ich bin 14 und lasse zu, dass er mit mir schläft. Dreimal. Keines davon war gewollt. Die Beziehung hält fast 2 Jahre.

Ich bin 15 und höre auf zu essen.

Ich bin 15 und verliebe mich in einen blonden Jungen mit blauen Augen, der fast jeden Tag Basketball spielt und eine Freundin von mir sehr gerne mag. Als sie ihn verletzt bin ich schadenfroh.

Ich bin 15 und als ich die Käfigtür öffne gucken mich zwei strahlendblaue Augen an, doch sie haben ihr leuchten schon verloren. Mein Kaninchen ist gestorben und ich weine bitterlich. Wünschte ich hätte es noch einmal umarmt. Wir begraben es in einem Schuhkarton im Garten, neben meinen zwei Wüstenrennmäusen, wovon nur noch die Knochen übrig sind. 

Ich bin immer noch 15 und jetzt mit diesem Jungen, T., zusammen. Übernachte bei ihm und danke Gott, dass er mich nicht gedrängt hat. Das Lied, was wir damals hörten, kann ich noch heute nicht hören, ohne an ihn zu denken. 

Ich bin 15 und T. merkt, dass ich nichts esse.

Ich bin 15 und fliege für 1 Jahr nach Costa Rica, ich weiß, dass sich meine Eltern jetzt trennen werden.

Ich bin 15, versuche das erste Mal mich zu schneiden. Stürze mich in die Fotografie. 

Ich bin 15 und fange an, mich zu kratzen, ich habe immer noch fast verblasste Narben. 

Ich bin 16 und erfahre, dass meine Mutter ein paar Tage nach meiner Abreise ausgezogen ist.

Ich bin 16 und mache Schluss mit T. Seine Welt bricht zusammen, meine später auch.

Ich bin 16 und rauche meine erste Zigarette.

Ich bin 16 und rauche das erste Mal Gras. Das Rauschen des Wasserfalls ist das einzige was zählt.

Ich bin 16 und kann nicht in den Spiegel gucken, ohne zu weinen. 

Ich bin 16 und komme zurück zu einer Frau, die mal meine Mutter war.

Ich bin 16, schreibe ununterbrochen T., er soll mir antworten, er tut es selten, oder gar nicht. 

Ich bin 16 und verbringe meine Freizeit an einem abgelegen See, ich esse nicht. Ich rauche. Ich kiffe.

Ich bin 17, an meinem Geburtstag wird mir meine Handtasche geklaut. 

Ich bin 17, stehe im Keller einer Bar, wo die Toiletten sind. F. und ich müssen beide pinkeln, haben zu viel getrunken, wurden beide erst verlassen. Auf einmal ist meine Hand an ihrer Taille, ihre in meinem Nacken. Und wir küssen uns so innig, so liebevoll, so begierig, dass wir beide für einen Moment einfach vergessen, wer wir sind. Wir vergessen, dass die Typen alle Arschlöcher sind. Wir vergessen, dass ne fette Rechnung auf uns wartet, wenn wir nachher zahlen wollen. Wir vergessen, dass wir so eigentlich gar nicht sind. Wir hören auf.

Ich bin 17 und feiere Weihnachten alleine in meinem Zimmer, stehe rauchend am Fenster.

Ich bin 17 und fange an zu heulen, vor einem Mann, den ich verabscheue. 

Ich bin 17, sein bester Freund grabscht an mir herum und will mich mit nach Hause nehmen. 

Ich bin 17 und tanze mit einem fremden Mann, möchte mit ihm nach Hause gehen, aber meine Freunde möchten weg. 

Ich bin 17, backe in meiner Küche Haschbrownies. Meine Mutter kommt immer wieder rein, es juckt sie nicht. 

Ich bin 17 und Ich esse nichts. 

Ich bin 17 und nehme mit N. das erste Mal MDMA. Sie ertrinkt fast. Wir sind kaputt aber glücklich. 

Ich bin 17, ich möchte ausziehen. 

Ich bin 17 und lerne L. kennen. Zwei Wochen später ziehe ich bei ihm ein. 

Ich bin 17, schmeiße die Schule.

Ich bin 17, wohne wieder bei dieser Frau. Sie weiß immer noch nicht, dass ich rauche.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Herbst.

Ich habe den Herbst schon immer geliebt, das Kastaniensammeln mit Oma, die riesigen Blätterhaufen zu meinen Füßen, die Sonne, die alles in Gold erstrahlen lässt.
Inzwischen ist es anders. Ich liebe den Herbst immer noch, aber ich gehe nicht mehr Kastaniensammeln.

In meinem Gürtel ist jetzt ein weiteres Loch, er wird mir zu groß und eigentlich bräuchte ich einen neuen.
Ich bin seit Anfang Oktober fast 3 Kilo runter.

Intake gestern:
2 vegane Pfannkuchen (ca. 500)
Popcorn (ca. 300)
JB Salat mit Chicken (ca. 300)
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Aktivität:
-759
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Gesamt:
341.

Ich hab am ganzen Körper Hautirritationen - sieht aus wie ne allergische Reaktion. Ich denke ich gehe morgen damit zum Arzt und dann nicht zur Arbeit. 

Gestern war ich mit T. im Kino. Also nicht nur mit T. sondern noch mit Freunden. Allerdings waren die Sitzplätze ziemlich dumm aufgeteilt, sodass T. und ich alleine 3 Reihen vor den Anderen saßen.
Danach sind wir alle gemeinsam zu Jim Block gegangen, wo ich den oben aufgelisteten Salat gegessen hab, diesmal nicht als Menü. 
Im Endeffekt war ich dann für fast 3 Stunden bei T. im Bett und hab mit ihm American Horrorstory - Asylum geschaut (ja, wir sind inzwischen auch mal bei der 2. Staffel angekommen. Während der Schulzeit haben wir uns jeden Mittwoch getroffen, um das zu sehen, da jetzt Ferien sind, sind wir gut vorangekommen). Seine Hunde sind jetzt auch wieder da, das ist fast der Hauptgrund wieso ich ihn besuchen komme haha. 
Meine Sachen von gestern riechen jetzt nach ner Mischung aus ihm und den Hunden aber naja, ich will mich nicht beklagen. 

Ich hau jetzt rein und guck The Big C weiter. 
Au revior.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Von T., L. und dem Sinn

Ich hatte in den letzten Tagen ein paar Erfolgserlebnisse, und auch ein paar nicht so erfolgreiche Erlebnisse.
Zunächstmal bin ich endlich wieder runter (ich schwöre auf Detox-Tee).

Ich ziehe diesen Samstag wieder zurück zu meiner Mutter, wie das wird kann ich mir schon ausmalen. Ich hoffe sehr, dass das keine dauerhafte Situation wird.
Kommenden Monat kommt das Gym, endlich.
Meine Hüfte bringt mich noch um, gehe morgen nicht zur Arbeit - würde einem Betreuten vermutlich den Rolli klauen und mich selbst reinsetzen.



Gestern habe ich bei T. übernachtet, alkoholisiert und wie immer beide die größten Schisser. Aber trotz fragwürdiger Vergangenheit haben wir es geschafft in einem Bett zu liegen, ohne auszuflippen. Und das verbuche ich ebenfalls als Erfolg. Es war nicht immer einfach, und es war definitiv noch beschissener als ich nie wusste, wann oder ob das nächste Hallo kam. Inzwischen sind wir ein gut eingespieltes Team. Wissen alles über den Anderen - was auch nicht immer von Vorteil ist, denn T. weiß genau, wieso ich 10 min. mein Rührei auf dem Teller hin und her schiebe und nur ein Brötchen mit Butter esse und ihm den Berliner überlasse. Ich denke, das, was mich am meisten daran stört, ist sein Blick. Jedes mal schaut er dann herüber, die Stirn kaum sichtbar in Falten gelegt, und ich höre es in seinem Kopf rattern. Aber er sagt nichts. Nie. Er denkt, es geht ihn nichts mehr an. Nicht wie früher, wo er tagelang nicht geschlafen hat, aus Angst etwas würde passieren, worüber er keine Kontrolle hat. Denn keine Kontrolle zu haben, ist für ihn etwas unvorstellbares.
Ich schätze es, dass er noch immer in meinem Leben ist. Und ich bin mir sehr wohl bewusst, was für ein Glück ich habe, denn ich weiß auch, dass es nicht allen so geht.
Die Wahrheit ist, dass ich froh bin jemanden an meiner Seite zu haben, der es (fast) von Anfang an mitgemacht hat. Der die ersten Worte darüber aus meinem Mund purzeln sah, und nicht reagiert hat, wie so viele andere ("Oh.").
Ich weiß, dass ich ohne ihn überlebensfähig bin, inzwischen weiß ich so einiges über mich. Zum Beispiel, dass ich stark genug bin. Aber manchmal bin ich einfach müde vom stark sein, und ich brauche jemanden, der diese Aufgabe für eine kleine Weile übernehmen kann.
T. ist nicht immer so eine Person. Aber es ist auch nicht seine Aufgabe. Seine Aufgabe ist, sich daran zu erinnern, wie schlimm es sein kann, und nicht zu vergessen, wer ich bin, was ich war, und was ich vielleicht wieder sein könnte. Und mich darauf aufmerksam zu machen, wenn es nötig ist.
Diese Aufgabe macht er gut, das muss man ihm lassen. Aber da sind auch ein paar Sachen, die er besser machen könnte, zum Beispiel nicht so nachtragend gegenüber L. sein. Sie ist diejenige, die es schafft für mich stark zu sein, wenn ich es nicht kann. Und ich hoffe, dass es andersrum genauso ist.

Jeder hat seine Aufgabe, jeder hat einen Sinn. 
Doch was passiert, wenn ich keinen find?

Freitag, 3. Oktober 2014

DETOX

Ich spreche drei Sprachen fließend. Viele Leute denken, dass das ne besonders tolle und große Sache ist. Trust me: it's not.
Was mir allerdings auffällt ist, dass sich Englisch als meine Muttersprache etabliert hat (warum auch immer). Also mal als Beispiel: es wäre leichter für mich, diesen Post auf Englisch zu schreiben.
Naja, wie auch immer.
Mein FSJ hat angefangen, heute wäre der dritte Tag gewesen (ja, ich muss an Feiertagen arbeiten), aber ich habe mich (auf den Rat einer Kollegin hin) krank gemeldet. Eigentlich hab ich nur Husten und Schnupfen, aber ich soll niemanden anstecken, von daher macht das schon Sinn.

Ich habe eine neue Errungenschaft in meiner Küche: DETOX TEE (bei Edeka für keine Ahnung wie viel, weniger als 2€ auf jeden Fall). Um ganz ehrlich zu sein, hab ich den nur gekauft, weil die keinen Mate Tee hatten (ja, Mate Tee gibt es auch zum aufgießen, nicht nur in Flaschen als Hipster Getränk). Im Detox Tee ist Brennesselzeug und Grüner Tee, also ist das nichts anderes als eine Kräutermischung zum aufgießen, die bewirken soll, dass der Körper alle Schadstoffe los wird. Er schmeckt, entgegen meinen Erwartungen, wirklich gut! Ich hatte den die letzten zwei Tage auch mit zur Arbeit.
Heute ist der 4. Tag, wo ich Detox Tee trinke. Und, zu meiner Überraschung, hab ich auch (fast) zwei Kilo abgenommen! Ok zugegeben, das kann man glaube ich nicht nur dem Detox Tee in die Schuhe schieben, da ich abends immer Suppe gegessen hab (YumYum, 300kcal) und wenig Zucker. Aber auch nach der Pizza Mittwochabend (ja, ich habe tatsächlich Pizza gegessen), war kein Plus sondern ein MINUS auf der Waage zu sehen. Also es lohnt sich wohl irgendwie,
Da das alles irgendwie nur L. liest (danke dafür übrigens, kein anderer gibt sich hier ja zu erkennen), mach ich jetzt Schluss.
HAUT REIN!