Montag, 25. Januar 2016

der essstörungshype

es wird romantisiert, das ist nichts neues.
aber seit ein paar monaten kommt da noch etwas anderes hinzu; der neue trend "ich hatte eine essstörung".
dieses "outen" stellt mich vor ein kleines dilemma. ich bin nicht in der position, zu behaupten, ob dieser mensch an einer essstörung litt oder leidet oder eben nicht. ich bin kein fan davon, leute danach zu labeln, welches gewicht oder welche statur sie haben.
dennoch, und hier wird es interessant, habe ich das gefühl, dass eben nicht alle dieser leute, die sich jetzt outen, wirklich an dieser krankheit gelitten haben oder immer noch leiden.
ich tue mich sehr schwer damit, jemandem, der eine woche lang mal eine crash diät gemacht hat, einzugestehen, dass er essgestört ist. ich bin der meinung, dass zu dieser krankheit mehr gehört, als eine woche nur suppe zu essen, weil man im urlaub ein bisschen pummelig geworden ist. meiner meinung nach gehört sehr, sehr viel mehr dazu.
natürlich gibt es viele menschen, die von der mentalität her sehr wohl in das schema essstörung passen. aber das reicht mir eben nicht. das klingt vielleicht sehr arrogant, aber es ist so.

eine essstörung zu haben ist nicht glamourös.
es ist nicht eine crash diät.
es ist nicht "ich fühl mich so fett".
es ist nicht "ich bin sauer auf mama und esse jetzt ihr essen nicht mehr".
es ist mehr.
es ist scheisse.
es macht dich kaputt.
ich verlange nicht, dass man unglaublich viele schäden vorweisen muss.

man kann es nicht mehr an zwei händen abzählen, wer seit neuestem eine essstörung im lebenslauf hat. und das bringt mich dazu im strahl zu kotzen. es ist geheuchel und aufmerksamkeitssuchend.

dieses "problem" gibt es nicht nur mit anorexie. es gibt es mit depressionen (alle wissen, wie es ist. alle waren/sind depressiv.), angststörung ("ich hab auch angst") und noch ganz vieles mehr.
und es geht mir tierisch auf den sack.

nein, ich will mich nicht über meine krankheit definieren.
ja, ich habe das recht dazu, mich darüber aufzuregen, dass jeder "mein" krankheitsbild als sein eigenes behandelt und mich natürlich "immer total versteht".

fickt euch einfach.
fickt euch und eure heuchlerei.
eure anna.

Sonntag, 24. Januar 2016

die hose passt (pt.2)

neben mir steht ein eis. naja, es ist alle. aber da war mal eis drin. 
ich habe mich seit dem 16. dezember nicht mehr gewogen. wenn ich also sage, dass ich keine ahnung hab, wie viel ich wiege, stimmt das. es ist etwas, dass mich manchmal ein bisschen kirre macht. es ist nicht so, dass es mich stören würde, das nicht zu wissen. ich meine, es bedeutet ja im prinzip nichts. aber man verliert eben nicht diese neugier oder manchmal eben auch diese angst. 
ja angst ist etwas, das noch immer da ist. es wird vermutlich auch noch ein bisschen so bleiben. aber angst - in wie fern? es ist nicht unangenehm für mich einen halben liter eis zu essen, oder einen riesen teller mittagessen. da ist keine angst. die angst kommt später irgendwann. manchmal gar nicht, manchmal ganz doll. aber meistens nur ein kleines bisschen. 
ich muss mich selber manchmal daran erinnern, worum es hier geht. es geht nicht darum, zuzunehmen oder abzunehmen. erstmal geht es darum, irgendwo eine balance zu finden. 
was bedeutet balance für mich? balance ist für mich morgens eine riesige portion obst zu essen und abends bei der lieblingsserie pizza und schoki zu mampfen. klingt ziemlich chliché, aber ja. 
wie bereits erwähnt, hab ich ja ein bisschen basenfastenluft geschnuppert. und ich bin totaler fan davon geworden, unmengen an obst und gemüse in mich hinein zu schaufeln. solange - und das ist der springende punkt - ich auch noch andere dinge essen "darf".
was mir sehr lange sehr viel angst gemacht hat, wenn ich über "gesund werden" nachgedacht hab, war die vorstellung, dann immer glücklich mit mir und meinem körper zu sein, nie mehr rummeckern zu dürfen, nicht mehr abnehmen zu dürfen und sich gehen lassen zu müssen. 
jetzt einmal gut die ohren auf meine lieben: DAS IST BULLSHIT. 
ich bin noch nicht sehr lange auf diesem "ich werd jetzt ma gesund"-trip, ich weiß. für mich war allerdings von anfang an klar, dass ich nicht dieses gewicht behalten möchte. ich habe nicht alles, was mir so über den weg gelaufen ist, in mich reingestopft, mit der entschuldigung, vernünftig essen zu wollen. ich habe auch nicht aufgehört, an mir zu meckern. und ganz ganz wichtig ist auch, dass die gedanken, also der kopf, der ja auch immer seinen senf zu allem dazu gibt, das auch weiterhin tut. und das ist auch alles okay so! 
ich stehe halt manchmal vor dem spiegel, bin irgendwie unzufrieden mit meinem unteren bauch (meine hmm problemzone?) oder meinen beinen. aber es ist irgendwie einfach nicht mehr so wild. wenn ich für eine woche lang nur scheisse esse, darf ich mich eben nicht wundern. also, wenn sowas passiert, esse ich eine tafel schokolade weniger und bewege mich ein bisschen. 
irgendwie ist das alles verkorkst. jahrelang kämpft man gegen all das an, und irgendwann macht es einfach klick. 
wenn man mich jetzt fragen würde, was mich am meisten an mir selbst stört, müsste ich zugeben: cellulite. ja, tatsache. nicht meine kleidergröße oder so. 
weiter oben hab ich kurz mein gewicht angesprochen. wenn ich schätzen müsste, würde ich sagen so 65 kilo. vielleicht schockiert das manche? keine ahnung. eigentlich nicht oder? 
ich habe tatsächlich pläne für meinen körper, oh ja. wie genau ich das alles anstelle, ist noch nicht raus, mal schauen. ich bin nach wie vor ein großer fan von listen, also kommt bestimmt noch eine. 

bis dahin, 
anna

p.s.: sorry für so viel zusammenhangslose scheisse. 

Donnerstag, 21. Januar 2016

cravings / basenfasten

um das einmal vorweg zu nehmen: basenfasten macht keinen spaß. mir zumindest nicht. denn - ironischer weise - bin ich kein fan von "das darf ich nicht essen".
der ziemlich spontane einfall, kam sehr schnell an seine grenzen, als mir auffiel, dass ich im prinzip nur obst und gemüse essen darf. so weit so gut, ich mag obst und gemüse. allerdings klingt das alles in der theorie viel spaßiger, als in der praxis. denn spätestens nach dem dritten mal pilze mit soja cuisine und brokkoli, wird einem irgendwie langweilig.
heute hab ich dann einfach gesagt "nö" und mir nudeln dazu gemacht. die haben, zugegeben, ziemlich scheiße geschmeckt. aber hey, mal was anderes.
das viele obst am morgen fand ich bombe, wird auf jeden fall beibehalten. aber wenn ich dann mal bock auf müsli oder brot habe, ess ich das.
wie oben erwähnt, tu ich mich immer sehr schwer, mit "verboten", grade dann, will ich das. undebdingt.

Ich stecke jetzt schon seit gut einem monat wirklich meine energie hier rein. ins gesund werde.
es ist ok. es gibt höhen und tiefen, war klar, passt so. aber manchmal ist es auch zum kotzen.
es ist anstrengend, ja.
aber eins kann ich euch versichern, es ist niemals, auf keinen fall, so anstrengend, wie jeden tag diese scheisse mit zu machen.
also, ich weiß gar nicht, was mein feedback jetzt sein soll?
ich bin noch nicht durch, noch laaaange nicht.
tut mir leid, an alle, die hier her kommen, für den negativen shit. aber keine sorge, den wirds auch noch geben. so ist das nun mal.
aber jetzt noch einmal ganz offiziell freunde der sonne: ich will gesund werden. es reicht jetzt. ich möchte rausfinden, wer ich sein will. das neue ich kennenlernen. und das wird mit sicherheit gefüllt sein mit turbulenzen.

Mittwoch, 6. Januar 2016

die hose passt

eigentlich habe ich mir für dieses jahr, bzw. die zukunft, vorgenommen, ein anderes "ich" zu sein.
dieser eine teil von mir, der irgendwie immer in der krankheit ertrinkt, sollte weg.

klingt in der theorie so einfach, wa.

der teil soll immer noch weg. aber ich habe zur zeit wieder ein paar auseinandersetzungen mit ihm. nichts wirklich negatives. nur kleinigkeiten. aber kleinigkeiten, die mich sehr erschrecken.

wer gesund werden will, kann nicht nur eine mahlzeit am tag essen. kann nicht einfach "vergessen zu essen" oder "keinen appetit" haben. oder doch?

zugegeben, ich lag seit sylvester auch überwiegend einfach auf der faulen haut, da kommt der hunger nun einmal nicht so leicht und auch nicht so groß.

jedenfalls ist jetzt das fazit von gut einer woche kaum essen, dass eine ehemals sehr unbequeme hose, gar nicht mehr so unbequem ist. sie passt sehr gut. und darüber, werde ich nicht lügen, bin ich glücklich.

nach wie vor, möchte ich gesund werden, was auch immer das eigentlich heißt.
und nach wie vor, bin ich auf der suche nach diesem anderen "ich".
denn diese krankheit hat so viel von mir aufgefressen, dass ich nicht weiß, was übrig ist.

Sonntag, 3. Januar 2016

Und trotzdem bin ich nicht okay.

Es war wunderschön. Diese Wärme, Dieses Licht, dieser Lärm. Dieses schöne, warme Gefühl in meiner Magengrube war Glück. Sobald ich um Mitternacht, grade als der erste Januar begann, nach draußen getreten war, lallte mich diese wunderbar schrecklich-schöne Nacht mit ihren Mysterien und ihrer Magie ein.
Das Problem war nur, dass dieses Glück, was ich verspürte, geplant und gekauft war. Ich erhielt es in Form von zwei Pillen.
Und das Problem an diesem geplanten und gekauften Glück ist, dass es endet. Und man sich ziemlich sicher sein kann, wann dies der Fall ist.
So wachte ich also Nachmittags gegen 14 Uhr am ersten Januar auf, und lag einfach nur da. Nach ein paar Minuten stand ich auf, öffnete das Fenster, und setzte mich eingewickelt in meine Decke auf die Fensterbank, um eine Zigarette zu rauchen.
Mir ging es gut.
Den Umständen entsprechend.

Heute ist der dritte Januar. Es ist noch eine Stunde und 4 Minuten bis Mitternacht. Und jetzt ist sie da. Die Kehrseite der lieben Emma Eskulin. Seit meinem wirklich viel zu kalten Nachhauseweg ist sie da. Kein Tee, keine Schokolade, keine heisse Suppe hat sie vertrieben. Das ist okay. Es ist nur irgendwie auch echt scheisse.
Es ist nicht so, dass es mir echt scheisse geht grade.
Es ist mehr so, dass ich hart ne Fresse zieh und mit niemandem mehr reden will / kann.
Anders ausgedrückt: Es ist ein ganz normales Down nach dem Emma Konsum.

Soweit so gut. Die Sache mit diesem netten Down...ja, das ist so eine Sache.
Ich öffne die Whatsappnachrichten, nur um dann mein Handy irgendwo hin zu legen, weil es mir viel zu anstrengend ist, mit Leuten konversation zu betreiben.
Das tut mir irgendwo auch Leid für diese Menschen, weil ich Assi nicht mal sage, dass ich grade nicht in der Stimmung bin zu antworten.
Babykacke. Totale Babykacke.

Was stört mich grade eigentlich?
Eigentlich stört mich gar nichts. Ne, echt nicht.
Nur, dass die scheiss Teile scheisse drin hatten und ich deswegen jetzt, ganze zwei tage später, bedröppelt auf meiner Couch sitze.

Was lernen wir daraus Kinder?
Drogen sind ganz schön toll. Wirklich.
Aber dat, was danach kommt, is immer scheisse.
Also gilt: hör auf zu jammern oder hör auf zu schmeissen.