Montag, 22. Dezember 2014

Exzess

Der 21. Dezember ist der kürzeste und damit auch der dunkelste Tag im Jahr.
Ich wünschte es wäre ein bisschen mehr wie letztes Jahr.
Ein bisschen mehr Drogen, ein bisschen mehr Alkohol, ein bisschen mehr Männer, ein bisschen mehr unberechenbar sein, ein bisschen spontaner, ein bisschen naiver und ein bisschen zugedröhnter.
Ein bisschen Glücklicher.
Exzess. Das ist das richtige Wort.
Ein bisschen mehr Exzess.
Mehr Küsse.
Mehr Liebe.
[Sa., 21.12.14., 00:36, Ich an L.]


Ich glaube ich verstehe was du meinst.
Wenn ich es richtig verstanden habe geht es mir ähnlich.
[So., 22.12.14., 11:17, L.]

Jugendliebe Rote Flora / Bisschen Raven

Viele kennen sie aus den Nachrichten. Dieses heruntergekommene hamburger Gebäude, dass wohl irgendwann einmal farbig gestrichen war, jetzt aber über und über bedeckt ist mit Plakaten und Bannern. Davor ein kleines Obdachlosenlager, daneben der Florapark.
Die Rote Flora ist nicht die Neue Flora, es gibt tatsächlich Leute, die diese zwei Sachen nicht auseinanderhalten können.

Nachdem wir bezahlt haben laufen wir in den großen Raum hinein, an der einen Seite steht ein großes DJ-Pult, ein Weib steht dahinter und legt auf. Die Lichter flackern aber insgesamt ist es zu dunkel, um jemanden zu erkennen.
Wir wühlen uns durch die Menge bis wir schließlich einen freien Platz sehen und beginnen aufgeregt mit dem Stampfen. Eine kurze Zeit später kommt J.
Unser Hals wird wund von der schmutzigen Luft. Ich sehe begeistert meiner Kippe dabei zu, wie sie mit ihrem roten Glühen wundersame Figuren zaubert, während ich stampfe.
Nach einer Weile reicht J. mir etwas, erst, als ich es in die Hand nehme und es vor mein Gesicht halte, erkenne ich es. Ich grinse ihn breit an und ziehe ein paar mal tief, wenn ich ausatme wird die Rauchwolke bunt bestrahlt von den wechselnden Scheinwerfern.
Ich merke ein kleines bisschen wie meine Rezeptoren sich freuen, "Hey alter Freund", sagen sie, "lange nicht gesehen!" Und ich schließe meine Augen und lausche der Musik, dem stetigen Beat, der eigentlich viel zu laut ist, aber irgendwie genau richtig.

Ich liege im Bett. In meinen Ohren sitzt ein helles Rauschen. Ich kenne es nicht anders von solchen Abenden. Meine Füße schmerzen, zu lange ist es her mit dem Raven. Ich fühle mich wie gerädert.
J. hatte mich zwischendurch gefragt, wieso ich ihm nicht gesagt hätte, dass ich auf solche Mucke stehe. Ich habe nur mit den Schultern gezuckt und "Ich dachte, das wüsstest du", gesagt.
Es war nichtmal gelogen. Ich dachte er wüsse es.
Eigentlich habe ich meine gesamte 11. Klasse, mein letztes Schuljahr, in der Flora verbracht. Es ist billig, es ist laut, es hört niemals auf (zumindest nicht vor 6 Uhr). Und es gibt Drogen. Viele Drogen. Ich war so angetan von der Atmosphäre, dass ich fast jede Woche dort war. Nie alleine, immer wenigstens mit F.
Mit der Zeit habe ich dann meine eigenen Erfahrungen mit bestimmten Drogen gemacht. Das nahm mir zwar das Interesse an dieser vorher ungekannten Stimmung, jedoch nicht an den eigentlichen Abenden.
Zwei Tage nach meinem 17. Geburtstag war ich dort, an dem Abend/Morgen (wie man's nimmt) wurde meine Handtasche inklusive Schlüssel, Handy, Portmonaie und Bier geklaut. Tasche hab ich nach ein paar Monaten von den Ach-so-tollen-hamburger-Bullen wieder bekommen, natürlich ohne Handy, Geld oder Bier. Mein Glück war, dass ich die zwei Gramm Hasch aus dem Innenfutter genommen hatte, bevor wir losgingen. Denn, hätten die Leute, die meine Tasche hatten, es nicht gefunden, wäre es bei den Bullen gelandet. Das wäre ein interessanter Besuch geworden.

P.S.: Wem "stampfen" oder "raven" kein Begriff ist tut mir ein bisschen leid. Wie es aussieht verpasst ihr ein bisschen was.

Donnerstag, 27. November 2014

ausgetrocknet.

Ich trinke und trinke und trinke. Das komische Gefühl in meinem Rachen geht nicht weg. Ich stehe auf, gehe eine Rauchen, trinke noch mehr. Es wird nicht besser. Ich trinke bestimmt 2 Liter am Tag. Trotzdem.

In meinem Kopf formt sich schon wieder ein Plan. Für die nächsten 10 Tage.

Ich brauche unbedingt einen neuen Laptop.

Bald endlich wieder eine eigene Wohnung.

Donnerstag, 20. November 2014

Gut.

So fühle ich mich grade.
Ich habe zwei/drei Kilo runter. Eins fehlt noch, dann hab ich mein erstes Ziel geknackt.

Meine linke Brust ist nicht mehr zu sehen, sie ist bedeckt von Verbänden. Ich wurde von Ts Hund gebissen. Ist alles nicht weiter schlimm, bis auf die Bisswunde gehts mir gut und dem Hund auch.
Ich hatte noch nie Angst vor Hunden, obwohl das schon mein zweiter Biss ist. Ich liebe Hunde, besonders große Hunde. Ich kenne viele Leute, die nach einem solchen Erlebnis mit einem Hund ziemliche Angst vor ihnen haben.
Er hat mir zuerst ins Gesicht gebissen, hat meine Nase und meine Lippe erwischt. Man sieht kaum etwas. In der Brust hat er sich ganz kurz festgebissen. Es dauerte insgesamt nicht länger als drei Sekunden, dann war alles vorbei und T. war da. Hat mich tausendmal gefragt obs mir gut geht. Mir gehts immer gut. Aber bei mir war wirklich alles okay. Witzig, dass mir das keiner glaubt.

Morgen gehts nach Dortmund, G. besuchen. Bin dann am Sonntag / Montag wieder da.

Donnerstag, 13. November 2014

Überfordert, Kopf ist aus, Leben und leben lassen

Ich habe noch 20 Minuten um meine Sachen zu packen, mir eine Kippe zu drehen und mich aufs Fahrrad zu schwingen.
Noch 15 Minuten.
Als ich an der ersten Kreuzung stehe sind es nicht mal mehr 10.
Ich hasse es zu spät zu kommen, trotzdem passiert das immer wieder.
In Stresssituationen schaltet mein Kopf einfach auf Error und ich kann nichts mehr machen als hysterisch hin und her zu laufen oder sogar anfangen zu weinen (wie auch heute. nur weil ich zu wenig Zeit hatte.).
Zeitmanagment ist das Wort, was mir da jedes Mal in den Sinn kommt. Sowas besitze ich nicht. Jedenfalls nicht bei spontanen Angelegenheiten. Bei regelmäßigen Zeiten, wie beispielsweise früher Schule, klappt das (eigentlich) immer.

Ich hasse den November. Jedes Jahr um diese Zeit belagern mich meine Verwandten, was ich mir den zum Geburtstag und zu Weihnachten wünsche (beides folgt leider sehr dicht aufeinander) und ich habe nie auch nur die geringste Ahnung. Dieses Jahr werde ich 18., da erwarten alle besondere Wünsche. Wieso können sie mich nicht überraschen? "Dafür kennen die dich zu wenig", sagt Mama. "Ja, und wessen Schuld ist das?". Im Prinzip brauchen sie sich nicht zu beschweren, dass sie so wenig von mir hören. Anrufen kann jeder, sie müssen ja nicht gleich herkommen.

Ich surfe auf der roten Welle. Bei mir heißt das: Mein Körper will Zucker ohne Ende. Super.

Heute war ich mal wieder in einem Fittnessstudio. Ich tue es jedes Mal wieder, obwohl ich weiß, dass ich die netten Leute vom Probetraining nicht wieder sehen werde, es ist einfach nicht mein Ding. Aber am schlimmsten finde ich, wenn man sagen muss, was die eigenen Ziele sind. Ich habe mich heute wirklich mal getraut und "Gewicht verlieren" hingeschrieben. Nur kam hinterher die Frage "Wie viel willst du denn verlieren?" - Tja, und nun? Sag ich jetzt "Ach so 20 Kilo wären ja schon schön" oder bleibe ich lieber bei vernünftigen Zielen? Also sag ich 10. Bisschen weniger, Idealgewicht zurück kriegen vielleicht auch wenn das natürlich nicht das Idealgewicht ist, das wären 7kg. Klingt gut, dachte ich, hab ich dann auch gesagt. Aber bis ich soweit war, eine Antwort zu geben, fand original diese Diskussion in meinem Kopf statt, nur in Schnelldurchlauf, ich kenn die ja schon in und auswendig.
Und auch nach diesem Training musste ich feststellen, dass ich nicht so ganz begeistert bin. Ein Konzept, was nur Krafttraining beinhaltet? Schön und gut, aber wo ist die Cardio-Ecke? Nächste Woche bin ich wieder da, bis dahin muss ich mich entschieden haben.

Ich muss wirklich meine Fingernägel schneiden, ich bin mir sicher, damit kann ich Leuten die Augen ausstechen.

G. ist wieder abgereist, leider und endlich. Leider, weil ich jetzt wieder alleine im Bett liege, und endlich, weil alles ein bisschen ordentlich ist, ohne ihn. Er ist ein wandelndes Chaos, auch wenn er es nicht zugibt. Aber wie meine Mutter auch schon meinte "Der ist so niedlich, dem kann man nicht böse sein!" Ja, so ist das mit den Männern.

Möglicherweise wiederhole ich bald mein Experiment von 2010, wo ich 1 Woche lang kein Fleisch gegessen hab, nur dass ich diesmal komplett auf tierische Produkte verzichte. Damals führte es dazu, dass ich fast 4 Jahre vegetarisch gegessen habe, also bin ich ein bisschen gespannt. Witzig ist, dass ich es aus total verqueren Gründen getan habe, ich saß fest auf meinem Gewicht, konnte einfach nicht weiter abnehmen, und dachte mir: hey, wenn du kein Fleisch ist, geht das bestimmt viel leichter! Und es ging tatsächlich leichter, obwohl ich nicht sicher bin, ob es wirklich daran lag.

Sonntag, 9. November 2014

Ich bin freiwillig hier!

Schon wieder ein Haufen neuer Leute.
Es hört nie auf, man lernt immer jemanden kennen.
Erste Seminarwoche erfolgreich überstanden, nur nette Leute, alle bisschen ein an'ner Klatsche.
J. und ich sind wohl Zwillinge, denken wir.
Ist soweit alles nett.
Morgen wieder arbeiten, kann ich drauf verzichten.

Waage unverändert, immer die 6 vorne, damit kann ich leben (meistens).

G. liegt neben an und schläft, für heute ist nichts geplant also lass ich ihn. Kommende Woche fährt er wieder nach Hause.

Gestern ist mir aufgefallen, dass ich schon länger nicht mehr mit T. geschrieben habe, komische Sache.

In 26. Tagen werde ich 18. Da gehe ich mit gemischten Gefühlen ran - zum Einen freue ich mich riesig endlich 18 zu sein. Zum Anderen kommt dann noch ein Schwung mehr Scheisse, um die ich mich kümmern muss.

Edeka hat meinen Wundertee nicht mehr.

Dienstag, 28. Oktober 2014

67,0

Überstunden machen ist scheisse.
Überstunden machen nachdem man nichtmal Mittagspause machen konnte ist auch scheisse.
Mit ner Aushilfe zu arbeiten (zugegeben, der Typ ist echt schnieke aber echt alt), die weniger Ahnung hat als man selber (FSJ hallo?!) ist auch scheisse.
Alles in Allem war heute Scheisse.
Das Gute in dieser Woche: ZAHLTAG. Oh gott ich freu mich so.
Dazu kommt ALKOHOL (Samstag, 18.Geburtstag von jemandem).
Außerdem hab ich ab Donnerstag erstmal bis zum 10.11 frei.

G. kotzt mich ein bisschen an, der rothaarige ist sich wohl zu schade an meinem Geburtstag Geld fürs Bahnfahren auszugeben. Klar, sind mal eben 60 Tacken - ABER WENN MAN DIE KOHLE HAT VERDAMMTE AXT.
Scheiss Uni, Scheiss S., Scheisse Scheisse Scheisse. Ich glaube mein Blutdruck ist so hoch, wenn mir einer blöd kommt, landet der im Krankenhaus.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Das also ist mein Leben.

Ich bin 5 und meine Mutter zieht mich an den Beinen durchs Wasser. Über mir eine Decke aus Holz, hinter meinem Kopf kann ich die große Uhr erkennen. In 10 Minuten müssen wir uns umziehen gehen. Es ist Zeit nach Hause zu gehen. 

Ich bin 6, erstes Schuljahr der Grundschule. Ein Junge aus meiner Klasse schreit mir "fette Kuh" ins Gesicht, als ich mit meiner lila Schneehose den Klassenraum betrete. 

Ich bin 7, ein Junge aus meiner Parallelklasse stellt sich mir in den Weg, als ich auf meinem Nachhauseweg bin. Er klaut mir meine Trinkflasche und wirft sie in Dornengestrüpp. Seine Freunde lachen und rennen weg. 

Ich bin immer noch 7 und versuche auf Spitzenschuhen die Stange im Saal entlang zu laufen. Meine Trainerin packt mich unsanft am Arm und zieht mich neben sich her, während mir die Tränen übers Gesicht laufen. Ich bin die schlechteste von allen. 

Ich bin 8 und hole meinen Schulranzen aus meinem Fach im Hort. Er ist komplett eingeschmiert mit Seife. Ich stehe weinend daneben, während meine Mutter versucht es abzuwaschen.

Ich bin 9 und traue mich im Sommer nicht in Unterwäsche zu spielen, wie meine Freundinnen. Ich schäme mich, weil ich soviel größer bin als sie. 

Ich bin 10 und schreibe meine erste 5. Zwei Stunden lasse ich mich von meinem Vater maßregeln und anschreien. 

Ich bin 12 und ein Freund meines Vaters gräbt mich an.

Ich bin 13 und das erste Mal verliebt.

Ich bin 13 und finde den ersten Blog von einem Mädchen, dass Bulimie hat. Noch heute wünsche ich mir, sie hätte ihren Blog nicht gelöscht. 

Ich bin 14 und fühle mich in diesen Blogs verstanden. Ich fange an viel Sport zu treiben.

Ich bin 14 und habe meinen ersten Freund. 

Ich bin 14 und lasse zu, dass er mit mir schläft. Dreimal. Keines davon war gewollt. Die Beziehung hält fast 2 Jahre.

Ich bin 15 und höre auf zu essen.

Ich bin 15 und verliebe mich in einen blonden Jungen mit blauen Augen, der fast jeden Tag Basketball spielt und eine Freundin von mir sehr gerne mag. Als sie ihn verletzt bin ich schadenfroh.

Ich bin 15 und als ich die Käfigtür öffne gucken mich zwei strahlendblaue Augen an, doch sie haben ihr leuchten schon verloren. Mein Kaninchen ist gestorben und ich weine bitterlich. Wünschte ich hätte es noch einmal umarmt. Wir begraben es in einem Schuhkarton im Garten, neben meinen zwei Wüstenrennmäusen, wovon nur noch die Knochen übrig sind. 

Ich bin immer noch 15 und jetzt mit diesem Jungen, T., zusammen. Übernachte bei ihm und danke Gott, dass er mich nicht gedrängt hat. Das Lied, was wir damals hörten, kann ich noch heute nicht hören, ohne an ihn zu denken. 

Ich bin 15 und T. merkt, dass ich nichts esse.

Ich bin 15 und fliege für 1 Jahr nach Costa Rica, ich weiß, dass sich meine Eltern jetzt trennen werden.

Ich bin 15, versuche das erste Mal mich zu schneiden. Stürze mich in die Fotografie. 

Ich bin 15 und fange an, mich zu kratzen, ich habe immer noch fast verblasste Narben. 

Ich bin 16 und erfahre, dass meine Mutter ein paar Tage nach meiner Abreise ausgezogen ist.

Ich bin 16 und mache Schluss mit T. Seine Welt bricht zusammen, meine später auch.

Ich bin 16 und rauche meine erste Zigarette.

Ich bin 16 und rauche das erste Mal Gras. Das Rauschen des Wasserfalls ist das einzige was zählt.

Ich bin 16 und kann nicht in den Spiegel gucken, ohne zu weinen. 

Ich bin 16 und komme zurück zu einer Frau, die mal meine Mutter war.

Ich bin 16, schreibe ununterbrochen T., er soll mir antworten, er tut es selten, oder gar nicht. 

Ich bin 16 und verbringe meine Freizeit an einem abgelegen See, ich esse nicht. Ich rauche. Ich kiffe.

Ich bin 17, an meinem Geburtstag wird mir meine Handtasche geklaut. 

Ich bin 17, stehe im Keller einer Bar, wo die Toiletten sind. F. und ich müssen beide pinkeln, haben zu viel getrunken, wurden beide erst verlassen. Auf einmal ist meine Hand an ihrer Taille, ihre in meinem Nacken. Und wir küssen uns so innig, so liebevoll, so begierig, dass wir beide für einen Moment einfach vergessen, wer wir sind. Wir vergessen, dass die Typen alle Arschlöcher sind. Wir vergessen, dass ne fette Rechnung auf uns wartet, wenn wir nachher zahlen wollen. Wir vergessen, dass wir so eigentlich gar nicht sind. Wir hören auf.

Ich bin 17 und feiere Weihnachten alleine in meinem Zimmer, stehe rauchend am Fenster.

Ich bin 17 und fange an zu heulen, vor einem Mann, den ich verabscheue. 

Ich bin 17, sein bester Freund grabscht an mir herum und will mich mit nach Hause nehmen. 

Ich bin 17 und tanze mit einem fremden Mann, möchte mit ihm nach Hause gehen, aber meine Freunde möchten weg. 

Ich bin 17, backe in meiner Küche Haschbrownies. Meine Mutter kommt immer wieder rein, es juckt sie nicht. 

Ich bin 17 und Ich esse nichts. 

Ich bin 17 und nehme mit N. das erste Mal MDMA. Sie ertrinkt fast. Wir sind kaputt aber glücklich. 

Ich bin 17, ich möchte ausziehen. 

Ich bin 17 und lerne L. kennen. Zwei Wochen später ziehe ich bei ihm ein. 

Ich bin 17, schmeiße die Schule.

Ich bin 17, wohne wieder bei dieser Frau. Sie weiß immer noch nicht, dass ich rauche.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Herbst.

Ich habe den Herbst schon immer geliebt, das Kastaniensammeln mit Oma, die riesigen Blätterhaufen zu meinen Füßen, die Sonne, die alles in Gold erstrahlen lässt.
Inzwischen ist es anders. Ich liebe den Herbst immer noch, aber ich gehe nicht mehr Kastaniensammeln.

In meinem Gürtel ist jetzt ein weiteres Loch, er wird mir zu groß und eigentlich bräuchte ich einen neuen.
Ich bin seit Anfang Oktober fast 3 Kilo runter.

Intake gestern:
2 vegane Pfannkuchen (ca. 500)
Popcorn (ca. 300)
JB Salat mit Chicken (ca. 300)
________________________________
Aktivität:
-759
________________________________
Gesamt:
341.

Ich hab am ganzen Körper Hautirritationen - sieht aus wie ne allergische Reaktion. Ich denke ich gehe morgen damit zum Arzt und dann nicht zur Arbeit. 

Gestern war ich mit T. im Kino. Also nicht nur mit T. sondern noch mit Freunden. Allerdings waren die Sitzplätze ziemlich dumm aufgeteilt, sodass T. und ich alleine 3 Reihen vor den Anderen saßen.
Danach sind wir alle gemeinsam zu Jim Block gegangen, wo ich den oben aufgelisteten Salat gegessen hab, diesmal nicht als Menü. 
Im Endeffekt war ich dann für fast 3 Stunden bei T. im Bett und hab mit ihm American Horrorstory - Asylum geschaut (ja, wir sind inzwischen auch mal bei der 2. Staffel angekommen. Während der Schulzeit haben wir uns jeden Mittwoch getroffen, um das zu sehen, da jetzt Ferien sind, sind wir gut vorangekommen). Seine Hunde sind jetzt auch wieder da, das ist fast der Hauptgrund wieso ich ihn besuchen komme haha. 
Meine Sachen von gestern riechen jetzt nach ner Mischung aus ihm und den Hunden aber naja, ich will mich nicht beklagen. 

Ich hau jetzt rein und guck The Big C weiter. 
Au revior.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Von T., L. und dem Sinn

Ich hatte in den letzten Tagen ein paar Erfolgserlebnisse, und auch ein paar nicht so erfolgreiche Erlebnisse.
Zunächstmal bin ich endlich wieder runter (ich schwöre auf Detox-Tee).

Ich ziehe diesen Samstag wieder zurück zu meiner Mutter, wie das wird kann ich mir schon ausmalen. Ich hoffe sehr, dass das keine dauerhafte Situation wird.
Kommenden Monat kommt das Gym, endlich.
Meine Hüfte bringt mich noch um, gehe morgen nicht zur Arbeit - würde einem Betreuten vermutlich den Rolli klauen und mich selbst reinsetzen.



Gestern habe ich bei T. übernachtet, alkoholisiert und wie immer beide die größten Schisser. Aber trotz fragwürdiger Vergangenheit haben wir es geschafft in einem Bett zu liegen, ohne auszuflippen. Und das verbuche ich ebenfalls als Erfolg. Es war nicht immer einfach, und es war definitiv noch beschissener als ich nie wusste, wann oder ob das nächste Hallo kam. Inzwischen sind wir ein gut eingespieltes Team. Wissen alles über den Anderen - was auch nicht immer von Vorteil ist, denn T. weiß genau, wieso ich 10 min. mein Rührei auf dem Teller hin und her schiebe und nur ein Brötchen mit Butter esse und ihm den Berliner überlasse. Ich denke, das, was mich am meisten daran stört, ist sein Blick. Jedes mal schaut er dann herüber, die Stirn kaum sichtbar in Falten gelegt, und ich höre es in seinem Kopf rattern. Aber er sagt nichts. Nie. Er denkt, es geht ihn nichts mehr an. Nicht wie früher, wo er tagelang nicht geschlafen hat, aus Angst etwas würde passieren, worüber er keine Kontrolle hat. Denn keine Kontrolle zu haben, ist für ihn etwas unvorstellbares.
Ich schätze es, dass er noch immer in meinem Leben ist. Und ich bin mir sehr wohl bewusst, was für ein Glück ich habe, denn ich weiß auch, dass es nicht allen so geht.
Die Wahrheit ist, dass ich froh bin jemanden an meiner Seite zu haben, der es (fast) von Anfang an mitgemacht hat. Der die ersten Worte darüber aus meinem Mund purzeln sah, und nicht reagiert hat, wie so viele andere ("Oh.").
Ich weiß, dass ich ohne ihn überlebensfähig bin, inzwischen weiß ich so einiges über mich. Zum Beispiel, dass ich stark genug bin. Aber manchmal bin ich einfach müde vom stark sein, und ich brauche jemanden, der diese Aufgabe für eine kleine Weile übernehmen kann.
T. ist nicht immer so eine Person. Aber es ist auch nicht seine Aufgabe. Seine Aufgabe ist, sich daran zu erinnern, wie schlimm es sein kann, und nicht zu vergessen, wer ich bin, was ich war, und was ich vielleicht wieder sein könnte. Und mich darauf aufmerksam zu machen, wenn es nötig ist.
Diese Aufgabe macht er gut, das muss man ihm lassen. Aber da sind auch ein paar Sachen, die er besser machen könnte, zum Beispiel nicht so nachtragend gegenüber L. sein. Sie ist diejenige, die es schafft für mich stark zu sein, wenn ich es nicht kann. Und ich hoffe, dass es andersrum genauso ist.

Jeder hat seine Aufgabe, jeder hat einen Sinn. 
Doch was passiert, wenn ich keinen find?

Freitag, 3. Oktober 2014

DETOX

Ich spreche drei Sprachen fließend. Viele Leute denken, dass das ne besonders tolle und große Sache ist. Trust me: it's not.
Was mir allerdings auffällt ist, dass sich Englisch als meine Muttersprache etabliert hat (warum auch immer). Also mal als Beispiel: es wäre leichter für mich, diesen Post auf Englisch zu schreiben.
Naja, wie auch immer.
Mein FSJ hat angefangen, heute wäre der dritte Tag gewesen (ja, ich muss an Feiertagen arbeiten), aber ich habe mich (auf den Rat einer Kollegin hin) krank gemeldet. Eigentlich hab ich nur Husten und Schnupfen, aber ich soll niemanden anstecken, von daher macht das schon Sinn.

Ich habe eine neue Errungenschaft in meiner Küche: DETOX TEE (bei Edeka für keine Ahnung wie viel, weniger als 2€ auf jeden Fall). Um ganz ehrlich zu sein, hab ich den nur gekauft, weil die keinen Mate Tee hatten (ja, Mate Tee gibt es auch zum aufgießen, nicht nur in Flaschen als Hipster Getränk). Im Detox Tee ist Brennesselzeug und Grüner Tee, also ist das nichts anderes als eine Kräutermischung zum aufgießen, die bewirken soll, dass der Körper alle Schadstoffe los wird. Er schmeckt, entgegen meinen Erwartungen, wirklich gut! Ich hatte den die letzten zwei Tage auch mit zur Arbeit.
Heute ist der 4. Tag, wo ich Detox Tee trinke. Und, zu meiner Überraschung, hab ich auch (fast) zwei Kilo abgenommen! Ok zugegeben, das kann man glaube ich nicht nur dem Detox Tee in die Schuhe schieben, da ich abends immer Suppe gegessen hab (YumYum, 300kcal) und wenig Zucker. Aber auch nach der Pizza Mittwochabend (ja, ich habe tatsächlich Pizza gegessen), war kein Plus sondern ein MINUS auf der Waage zu sehen. Also es lohnt sich wohl irgendwie,
Da das alles irgendwie nur L. liest (danke dafür übrigens, kein anderer gibt sich hier ja zu erkennen), mach ich jetzt Schluss.
HAUT REIN!

Sonntag, 28. September 2014

BACK FROM MILAN

okay, let's be honest: Mailand ist die geilste Stadt. Ich hatte so verdammt viel Spaß mit den ganzen Leuten aus meiner alten Stufe, sogar mit den Lehrern.
Das Wetter war Bombe - umso blöder, dass hier schon Herbst ist. 

Vor meinem Flug habe ich ja über den WellMix Diät Drink geschrieben, ich bin leider Samstag und Sonntag nicht mehr dazu gekommen, den zu nehmen, da die fast-Schwiegereltern und zwei Freunde von meinem Mitbewohner hier waren.
In der Woche in Mailand habe ich 2-3kg abgenommen, und 1kg Muskelmasse zugenommen (Wandern und generell das ständige gelatsche...). 
Ich bin seit Donnerstagabend krank und weiß nicht, ob ich Mittwoch zur Arbeit kann. Aber Ich müsste nur Mittwoch, Donnerstag und Freitag durchstehen (wobei Freitag 12:15 - 22:15 auch nicht ohne ist), Samstag und Sonntag ist frei. 


Freitag, 19. September 2014

Intake

Gestern: 
Banane (90)
Hand voll Haferflocken (120) mit Sojamilch (30), Nektarine (60) und Banane (90)
Halber Minidöner (200)
WellMix Shake (200)
Grapefruit (100)
Eine Tasse Tomatensuppe (93)
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983 kcal.
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- 1h Fahrrad fahren (500)
- 1,5h laufen (330)
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153 kcal intake. 

wow. das erklärt, wieso ich gestern so genervt und gestresst war. was es nicht erklärt - wieso zeigt die verdammte Waage nicht weniger an??? Muskelmasse am ARSCH.
übrigens dachte ich bis gestern, dass ich schwanger bin. ups.
Darf jetzt die gesamte Wohnung aufräumen für die fast-Schwiegereltern morgen.

Dienstag, 16. September 2014

Test 1 - 2 - 3

WellMix Diät Drink - hab gelesen, dass das Zeug eigentlich ganz gut sein soll, deshalb hab ich heute die 6 tacken dafür ausgegeben.
Laut Interneterfahrung hilft das 2-3 Kilo in der Woche. Da ich nächste Woche in Mailand bin, brauch ich unbedingt nochmal n großes Minus.
Ich werde (zumindest planmäßig) Mittwoch, Donnerstag und Freitag alle Mahlzeiten damit ersetzen, Samstag nur zwei, Sonntag wieder drei, die darauf folgende Woche jeden Tag eine (wahlweise zwei), da ich ja mit meiner alten Schule fahre.
Wie das läuft, werd ich dann berichten, wenn ich wieder hier bin.

Ansonsten:
Letztes Wochenende war ich in Dortmund / Köln / Essen bei "Schwiegereltern" (sind noch nicht ganz meine Schwiegereltern, aber ja..).
Und da komm ich jetzt mal zu einer bestimmten Sache - Waagen. Das Ding ist, ich steh mehrmals täglich drauf, klar. Aber neben den Zahlen, die mir da entgegengeworfen werden, nehm ich ja noch was anderes wahr - die Weite meiner Klamotten. Vorletztes Wochenende hab ich eine Hose gekauft, die viel zu eng war (ich konnte sie tragen, aber es war mehr als unbequem). Diese Woche passt die Hose nicht nur, sie sitzt auch locker. Und ich bin auch wieder beim letzten selbstgestanzten Loch meines Gürtels angelangt. ABER die Waage zeigt mir etwas über 1kg mehr an. Da sich meine Hose nicht plötzlich vergrößert und mein Gürtel auf keinen Fall ausleiern kann, ist das also Unsinn. Außer es sind Muskeln, was vermutlich auch der Fall ist.
Aber trotzdem...nervt doch.

Mittwoch, 10. September 2014

kleine portionen

Es ist selten, dass alles auf einmal passiert. Meistens kommt das Leben in kleinen Portionen.
Heute war mal wieder so ein Tag, wo alles auf einmal geschieht, sozusagen eine Riesenportion PLUS Nachtisch.
Am 22. September werd ich endlich wieder fliegen, das erste Mal seit über einem Jahr. Das, was mir am besten am Fliegen gefällt, ist der Start. Der Moment, wo man vom Boden abhebt. Für einen ganz kurzen Moment fühle ich mich schwerelos und schwebe einfach in der Luft, dann wird das Flugzeug nach oben gezogen, auf die Wolken zu. Ein letzter Blick nach unten und ZACK man ist weg.

Heute hab ich mich ziemlich erschrocken. Meine Nackenhaare stellten sich auf und mir lief es kalt den Rücken runter. Die Nummer da unten zwischen meinen Füßen war irgendwie schon unerwartet.


2x Schwarzer Kaffee (ca. 10)
belegtes Brötchen vom Bäcker (400)
Koffeintablette
3 Pizzabrötchen (700)
etwa 50g Cracker (240)
Koffeintablette
Zigaretten bis jetzt: 8
--------------------------------------------
1350 

Bewegung:
-300
--------------------------------------------
1050!


Morgen kommt Papa. Ich muss noch Kuchen backen. Super. 


Donnerstag, 7. August 2014

Was zur Hölle...

Mich nervt das alles nur noch an. Ich will einfach meine Sachen packen und woanders hin.
Diese dauerhafte innere Agression ist so anstrengend...
da denkt man, man liebt die Person, mit der man die Wohnung teilt, sogar das Bett teilt, und dann verspürt man immer öfter den Drang ihr einen gewaltigen Schlag in die Fresse zu verpassen. Wie funktioniert das? Liebe in einem und sowas wie Hass im anderen Moment.
Und als dann heute auch noch ein Brief von seiner Mama hereinflatterte, hab ich mich irgendwie verarscht gefühlt. Wie kann ein 20-jähriger Mensch so viel darauf geben, was seine Mutter denkt?! Wie kann dieser Mensch aber noch während er mir sagt, dass wir drüber reden sollten, im gleichen Atemzug den verfickten PC anmachen, nur um sich für 3 verschissene Stunden davor zu pflanzen und zu zocken? Dazu kommt, dass auf dem zweiten Bildschirm ein Stream von einem anderen Zocker läuft, das heißt: er schaut sich an, wie andere zocken während er zockt.
Wie um alles in der Welt bin ich hier herein gerutscht?
Oder, was eigentlich die bessere Frage wäre: wieso bin ich, nach 6 Monaten (wobei die letzten zwei Monate echt verfickt scheisse waren) immer noch hier sein? Und obwohl ich so wenig Zuwendung erfahre, der Meinung sein, er wäre ein wichtiger Teil von mir?!
Ich verstehe es nicht. Nein, ich verstehe mich selbst mich.

Sonntag, 3. August 2014

Geburtstagsdingens und "Ich will mein Gewicht nicht hören, Fotze!"

Gestern war der Geburtstag von meinem Mitbewohner (naja..Freund) und seine Familie war zu Besuch.
Witzig ist, dass ich, kurz bevor sie ankamen, eine Waage gekauft habe.
Nicht so witzig ist, dass sie spricht. Das heißt: ich kriege jedesmal zu hören wie viel ich tatsächlich wiege.
Heute waren es riesige 70,7 kg.

Ich halte das Glas unter den Wasserhahn und schaue zu, wie kaltes Wasser hinein fließt. Mit einer Hand hole ich die Tabletten aus dem Schrank, mit der anderen drücke ich sie aus der Verpackung und lege sie mir einzeln auf die Zunge. Jedesmal einen großen Schluck Wasser hinterher, bis nur noch die Hälfte der Flüssigkeit im Glas ist. Die schütte ich hinterher und bin durch mit meiner üblichen Aktion.
An den meisten Tagen schlucke ich alles, bevor ich frühstücke. Manchmal vergesse ich auch die ein oder andere Tablette aber die Koffeintabletten vergesse ich nie, sind ja auch die wichtigsten.
Ich weiß nicht, wie es ist, freien Zugang zu einer Waage zu haben. Seit ich klein war, wollte meine Mutter keine im Haus haben, sie fand es unwichtig, zu wissen wie viel man wiegt. Na wenn sie wüsste.  Jetzt hab ich meine eigene, und würde das Ding nicht jedesmal sprechen, wenn ich mich draufstelle, könnte ich mich so oft wiegen, wie ich will (Übrigens spricht sie wirklich - sie sagt immer laut und deutlich das, was auf der Anzeige steht. Würde sie wenigstens nuscheln...).
Ich weiß nicht, was jetzt die kommende Woche über so los sein wird.
Ich hoffe ein bisschen Minus.
xx


Donnerstag, 31. Juli 2014

Gedankenschlamassel

Ich drücke auf play, die mir so vertrauten Wörter, sickern in meine Ohren, nisten sich ein in meinem Kopf.
Das Gefühl der Hilflosigkeit macht sich in mir breit. Ein Gefühl mit einer Begleiterscheinung, die ich so lange zu unterdrücken bemüht war. 
Ich atme tief durch und setze mich auf die Bettkante. Ich muss L. anrufen. 
Wir reden gut eine Stunde, über alles - am Ende ist das Gefühl und die damit verbundene Gewissheit noch stärker; sie ist wieder da. 
Ob ich mich freuen soll weiß ich nicht so recht. 

Dienstag, 11. März 2014

alles auf anfang

ich stehe wieder da, wo ich vor 4 jahren gestanden habe.
es reicht. so geht das nicht.
fangen wir von vorne an.