Dienstag, 17. Mai 2016

wetterwechsel

der himmel ist blau.
langsam ziehen die wolken vorüber und die farbe verändert sich. 
ich beobachte menschen, die sich rücksichtslos ihren weg durch ihr selbst erschaffenes chaos bahnen, jeder will an erster stelle stehen. jeder ist sich selbst am wichtigsten. 
die vögel gleiten durch die klare sommerluft, zwischen den wolken umher. unendlich hoch und unendlich weit können sie fliegen. 
wie gerne würde ich weg. 
meine arme ausstrecken und zuschauen, wie sich große, dicke federn aus meiner haut in die freiheit bohren. mich vom boden abstoßen, meine flügel schlagen lassen und immer höher steigen. 
weg von allem, immer weiter fort. ohne weg und ohne ziel. einfach fort. 
wieso kann ich kein vogel sein, das würde ich gerne wissen. 
wie oft ich mich das bereits gefragt habe in meinem leben, will ich gar nicht wissen. 
warum kann denn das leben nicht einmal einfach sein, bloß ein einziges mal ein wenig unkomplizierter, ein wenig stressfreier als sonst. 
ich futter teile, ziehe pep, ich trinke viel zur zeit - vielleicht auch mehr als ich sollte. 
vögel könnten vermutlich irgendwann nicht mehr fliegen, wenn sie trinken. 
aber ich segel durch die lüfte, wenn die flasche an meinen mund gelangt und der alkohol meine lippen benetzt und die kleine pille meine kehle runterrutscht. 
dass ich nicht mal nach gründen suchen muss, um mich abzuschießen, sollte beunruhigend sein. 
ich habe das gefühl ich sitze auf einem riesigen karussel, so groß, dass man mitten drin vergisst, dass man sich im kreis dreht. bis man sachen wiedererkennt und sich daran zurück erinnert, dass man bereits dort war. 
ich kann es mir selber nicht recht machen im moment. 
mit gar nichts. 
mit niemandem. 
ich brauche dringend urlaub und noch ein paar bier. 

so auf drogen ist das leben dann aber doch wieder ganz schön. 
solange ich nüchtern das haus verlasse, nüchtern bei der arbeit bin und nüchtern nach hause komme ist alles okay. 
ich hab alles im griff.