Donnerstag, 6. Oktober 2016

liebend gern

"du wiegst ja fast nix mehr! du fällst mir noch vom fleisch."
du siehst besorgt aus, wie so oft in letzter zeit.
"blödsinn." mehr weiss ich dazu nicht zu sagen, wie so oft in letzter zeit.

ich glaube du liebst mich.
ich glaube du liebst mich, und traust dich nicht, es dir einzugestehen.
denn liebe bedeutet abhängigkeit.
und abhängigkeit bedeutet zwangsläufig schmerz.
und als ich zu dir sagte,
dass ich lieber schmerzen hab, als dich gar nicht zu haben, da warst du nur ganz kurz still,
bevor du meintest, dass du mir gar nicht weh tun willst.
aber es geht nicht ums wollen,
ums absichtlich
oder ausversehen.
ich sehe deine gänsehaut und dein zusammenzucken,
wenn mal wieder ein paar wörter unkontrolliert aus meinem mund fallen und dir entgegen springen.
dabei zerboren sie manchmal dein herz.
und genau dann
ist es soweit und es kommt der schmerz den du nicht willst und ich nicht will, dass du ihn hast.
und dann sitzen wir da und schreien uns an bis ich wieder weinen muss,
und später steigst du auch mit ein.
dann zum schluss in deinen armen verschmelzen wir,
in unserem eigenen kleinen ozean aus tränen sind wir zusammen gegen die hohen wellen.
nur durch kleine gemeine herzendurchbohrende pfeile,
die wir beide nie abschiessen wollen und es trotzdem tun.
aber so ist es nun mal.
so ist liebe, oder nicht?
es gibt keinen menschen auf der welt, der mich trauriger machen könnte, als du es kannst.
und es gibt keinen menschen auf der welt, der mich glücklicher machen kann, als du es tust.
aber unterm strich, rede ich von liebe
und du eben nicht.
denn mitten in der nacht
liegst du selten wach und fragst dich, ob alles gut so ist, wie es ist.
da denkst du nur an den nächsten morgen und dass du so und so viel machen musst.
unterm strich red ich von liebe, und du eben nicht.
du verdrehst mir den kopf doch weil dir selbst nicht danach ist,
verschließt du deine gedanken vor deiner eigenen euphorie.
ganz selten einmal gelangt ein funke dann doch über die hohe mauer, die du dort stein für stein errichtet hast.
und in den momenten, da lesen wir grade den selben satz im selben buch.
ich rede von liebe und du manchmal vielleicht auch.
doch meistens eben nicht.
da rede ich von liebe, und du dann doch nicht.

ich rede von liebe,
und du von liebend gern.

Kolumbianischer Schnupfen

ich sitze hier, wärmflasche, tee und dicke wolldecke. 
im wohnzimmer. 
weil C schon schläft. 
der hat die männergrippe - dank mir, ich bring die keime von der arbeit mit. 
ich bin erkältet, bestimmt schon das fünfte mal dieses jahr.
in meinem linken nasenloch steckt ein stückchen papier. 
ich hab es da rein gestopft, damit es die wässernde wunde abdeckt, die dort drinnen ist. 

in letzter zeit blicke ich öfter mal zurück auf die letzten 6 monate, es war eine ganz schön turbulente achterbahnfahrt.
ich hab jemanden verlassen, mich neu verliebt, bin umgezogen, hab n neuen job, wohne nicht mehr alleine. 
in den letzten 6 monaten bin ich bestimmt 5 jahre gealtert. mental, meine ich. 
ich habe tatsächlich solche gedankensprünge hingelegt, dass ich selbst über mich erstaunt bin. 
und körperlich? ja, ja. der liebe körper lässt nichts spurlos an sich vorüber ziehen. 

in den letzten 6 monaten habe ich mich 10 milchtüten leichter gezaubert. 
ups.
in den letzten 6 monaten ist nun auch mein anderes nasenloch kaputt, so dass ich jetzt kein wirklich heiles mehr hab.
ups. 
in den letzten 6 monaten musste ich mir eine kleinere hose kaufen. 
und kleinere bhs. 
fuck. 
in den letzten 6 monaten hab ich mehr geld für drogen ausgegeben als in den letzten zwei jahren. 

herzlichen glückwunsch, flüster ich mir da zu, du bist eine kleine pepnase. 
na scheppert's?