Sonntag, 4. Oktober 2015
Kaffee
Du fehlst mir.
DU BIST EIN ARSCHLOCH.
Du fehlst mir trotzdem.
Fuck.
Dienstag, 11. August 2015
Blauwalherz
Freunde der Sonne, nur weil man mir sowas an den Kopf klatscht, ist das Problem nicht gelöst. Ich geh doch auch nicht zu 'nem Typ mit 'nem gebrochenen Bein und rate ihm, einfach drauf zu laufen. So nach dem Motto: scheiss drauf, wird schon schiefgehen.
Wisst ihr, was auch richtig lustig ist? Vorletzte Woche Samstag hat G. seinen Geburtstag reingefeiert (in DO natürlich, bin ich halt hingegurkt). Und irgendwann waren dann 3 Weiber der Meinung unbedingt DAS Smalltalkpartythema anzuschneiden: Psychisch Kranke. Juhu.
Das lief dann ungefähr so: "Boah können wir die Chips woanders hinstellen? Sonst ess ich die auf!" "Oh ja ich auch - deshalb könnte ich niemals magersüchtig werden!" "Ne Freundin von mir ist Magersüchtig" "OOOOOH" "Ne das ist voll toll weil ich dann immer ihr Essen kriege" "hahahahah"
Und G. hat sich da auch noch zu eingemischt mit Kommentaren, woraufhin ich ihn nur blöd angeguckt hab. Ich hab mich eben ziemlich verarscht gefühlt. Die Trullas...ja ok, ich kenn die ja nicht. Aber wenn der eigene Freund nicht einsieht, dass du krank bist, beziehungsweise "vergisst" dass du krank bist (wie zur hölle kann man sowas vergessen) und dich so ziemlich alles in dieser Richtung triggert, ist das halt einfach - ja blöd. Oder auch cool: wenn er dir in den Bauch piekt und fragt: "Na? Gut gegessen?" "Fick dich?!"
Ich weiß zur Zeit gar nicht in welche Richtung es hier geht.
Wenn jemand, der dir nahe steht, deine Krankheit nicht akzeptiert oder sogar ignoriert, fällt es lustigerweise enorm schwer, "gesund zu werden".
Abgesehen davon ist alles irgendwie beim alten. Naja, eigentlich stimmt das nicht ganz. Zur Zeit habe ich das Gefühl bald alleine da zu stehen, zumindest was G. angeht. Er sagt nein.
Edit: Essen im Moment ist ok, nach der bekloppten Umstellung muss ich jetzt erstmal gucken.
Freitag, 24. Juli 2015
Verlust
Ich bin mit dem kopf zurzeit irgendwo anders. Es ist komisch, aber okay.
Ich wiege grade 64 Kilo. Darüber freue ich mich. Weil es lange her ist. Und ich ewig auf der 65 hing.
Und das aller beste daran ist, dass ich was gegessen habe.
Das blöde daran ist allerdings, dass ich einen Plan habe, was ich essen darf.
Und in den letzten drei Tagen habe ich ein bisschen verkackt, was diesen Plan angeht. Das ist ein seltsames Gefühl.
Aber es ist okay.
Ich weiß nur nicht, wann es mir reicht. Ich dachte immer, dass die 62 reichen wird. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass sie es nicht tun wird.
Ich fühle mich nicht wie 2 Kilo leichter.
Seltsam.
Ich habe Orange is the new black angefangen. bombe.
Sonntag, 5. Juli 2015
Medikation
Wenn ich kiffe, gehen meine Schmerzen weg (doppelter Bandscheibenvorfall, hatte ich das erwähnt?).
Ich dröhne mich zu, nie allein, immer mindestens zu zweit. Übernächste Woche dann auch allein, um ein bisschen mit mir selbst allein zu sein.
Bombe ey.
Bald krieg ich auch meine Teileeeee.
Zwanghaft
Es ist nichts Fremdes, nichts unbekanntes.
Dienstag, 30. Juni 2015
Kopfkarussel
Montag, 22. Juni 2015
I don't know why I am the way I am
Sonntag, 24. Mai 2015
Zuhause
Sonntag, 17. Mai 2015
Nachtgeflüster
G. sitzt drinnen, ich kann ihn durchs Fenster sehen. Ab und zu guckt er raus zu mir.
Der Typ geht irgendwann rein und T. kommt raus. Gut, dass ich nicht betrunken bin, um melancholische Scheisse zu reden oder gemein zu ihm zu sein, denke ich mir und drehe mir noch ne Kippe. Mein Tabakbeutel scheint sich magisch aufzufüllen.
Meine Füße sind Eisklötze als ich schließlich drinnen auf der Couch sitze. Zu meiner linken Seite sitzt irgendein Mädchen, mit der ich ein paar Kurse in der Schule hatte und irgendwie reden wir über irgendwas. Aus heiterem Himmel sagt sie: "Voll krass, wie viel du abgenommen hast, als du wiedergekommen bist! Und jetzt auch! Fällt halt auf wenn jemand in mega kurzer Zeit 10 Kilo abnimmt!" In ihrer Stimme liegt so viel Begeisterung, als wäre es ihr Verdienst, oder zumindest ihr Erfolg - wie mans nimmt. Ich zuckte nur mit den Schultern und machte "hm". Kann damit irgendwie nichts anfangen.
Hab heute auch mit meinem lieben Brüderchen geskyped, der hatte auch einen super Blick drauf und ich konnte seine Gedanken quasi hören.
Ach mist.
Naja, was soll man machen.
Mittwoch wird spannend, ich bin wieder mal bei T. nach langer Zeit. Mal gucken. Seine Eltern denken, wir haben jedesmal einen Sexmarathon. Ist das toll.
Mittwoch, 13. Mai 2015
Alles okay?
Ich weiß nicht warum.
Ich fühle mich traurig, in diesem Moment, jetzt grade. Und vor gut zwei Stunden habe ich mich nicht Traurig gefühlt. Da habe ich mich einfach ... einfach gefühlt, wenn das Sinn macht. Obwohl - eigentlich ist es egal, ob es Sinn macht.
Ich habe so viel zu tun. Aber der Tag hat nur 24 Stunden. Minus Arbeit und minus Schlaf ... da bleibt nicht mehr viel übrig.
Meine Arme rasten wieder aus. Alles voller Stellen, alles am Jucken. Scheisse ey, was mach ich da.
Ich war gestern einkaufen, wie in Trance. Hab sogar Pistazien, Schokolade und vegane Gummischeisse geholt. Keine Ahnung wieso. Ich mache alles wie in Trance, was Nahrungsaufnahme angeht, habe ich das Gefühl. Ich habe eine neue Taktik, ich esse ein riesiges Frühstück - ok, verhältnismäßig riesig - und dadurch keinen Scheiss mehr.
Ich will endlich Mal die nächste Zahl sehen, denke ich mir. Und dann denke ich: na SO wird das nie passieren. Und dann weiß ich nicht, was ich machen soll.
Freitag ist mein letzter Tag bei den Ditschis. Vor allem einen von denen werde ich so unendlich vermissen. Ich hoffe ich krieg noch ein Gruppenbild. Ab Montag bin ich in der Kita.
Heute war ich bei meinem Hausarzt - "irgendwelche Gewichtsabnahmen?" "Nö." "Fühlen Sie sich gesund?" "Joa." hmm.
Verdammte Scheisse alles juckt hier, ich zieh mir noch die Haut von den Knochen wenn das so weitergeht alter.
Am 6.10 gehts weg von zu Hause. Am 29.12 komme ich erst wieder.
Der Freibetrag für Gras liegt in Hamburg bei 15 Gramm - nett - und in NRW bei 10 Gramm - ok.
Für Amphetamine - leider - meistens bei einem Pillchen. Schade.
Ich fühle mich leer. Ich habe grade gut 10 Minuten damit verschwendet, diese Wörter zu sinnlosen Sätzen zusammen zu reihen. Nichts ergibt Sinn. Interessiert doch eh niemanden.
In mir spuken böse Sachen.
Machs doch.
Nein.
Machs doch einfach, mal sehn, wems auffällt.
Nein ich will nicht.
Weichei. Machs doch.
Krass, dass ich den Scheiss immer noch mit mir rumschleppe. Hab mein gesamtes Leben damit geteilt, die letzten Fünf Jahre mein Leben dafür hergegeben.
Ist es das Wert?
Ganz klar: definitiv nicht.
Ich brauch ne Pause.
tumblr.
Montag, 27. April 2015
Nachtgedanken.
Schmerz
Ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Mir ist zu heiß, dann zu kalt. Ich will schlafen, bin aber hellwach.
In weniger als einer Woche bin ich bei G. zu hause. Kurz bevor ich ihn besuche muss ich immer an seine Mutter denken, die stille verbündete wenn man so will. Sie ist selber essgestört, inzwischen aber nicht mehr gefährdet wie vor 20 Jahren. Die Kinder wissen das offiziell gar nicht, Gs Mutter weiß nicht, dass ich es weiß. Und sie weiß nicht, dass ich so bin wie sie.
Es ist verrückt, was für Gedanken durch meinen Kopf huschen. Ich will sie beeindrucken, zumindest ein Teil von mir will das. Aber womit? Mit Haut und Knochen. Es ist so irrational.
Manchmal denke ich Ach so krank bist du doch gar nicht. Krank ist sowieso das falsche Wort. Du willst halt nicht dick sein, daran ist doch nichts verkehrt. Und dann denke ich wieder solltest du das wirklich essen? Wenn du das isst, fällt nachher aber das da weg. Was willst du heute abend essen? Isst du da überhaupt was? Und was ist mit morgen?
Mein ganzes verdammtes Leben dreht sich um Essen.
Ich unterschätze diese "Krankheit" und ich unterschätze mich selbst.
Was macht man, wenn man immer und immer wieder vor eine Wand rennt? Ich kann nicht los lassen. Manche werden das verstehen und manche nicht, ich weiß. Ich habe inzwischen auch begriffen, wieso das so ist, oder wieso ich so bin - naja zumindest glaube ich das.
Es war so seit ich denken kann. Ok vielleicht nicht so früh, aber zumindest so ab dem Kindergarten. Ich habe immer zu den großen Kindern gehört, hab mich immer gefühlt wie ein Elefant im Porzellanladen. So ging es dann weiter in die Grundschule, zum Ballett - wo ich nicht die dickste war, weil wirklich d i c k war ich nie, aber die dünnste nunmal auch nicht, weil das war ich auch nie.
Ich weiß noch, dass ich mich nicht getraut habe, wie die anderen Kinder in Unterhose im Garten zu spielen. Da war ich höchstens 10 Jahre alt. Etwa in dem Alter bekam ich auch Brüste, was nicht unbedingt half, dieses "Elefantengefühl" los zu werden.
Irgendwo zwischen der Unterhosengeschichte und dem traurigen Start war ich im Schwimmbad - ich war öfter dort, aber dieses Mal habe ich in Errinnerung. Ich weiß nicht, wie viel ich damals gewogen habe, ich schätze aber so ungefähr 68kg. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich das Gefühl hatte nicht richtig laufen zu können, weil meine Oberschenkel dauerhaft aneinander rieben. Das war übrigens das letzte Mal für eine sehr lange Zeit, dass ich in einem Schwimmbad war.
Als wir in der 9. Klasse auf Klassenfahrt fuhren, da war ich 14, hatte ich ein Notizbuch dabei. Ich schrieb für jeden Tag alle Sachen auf, die ich gegessen hatte. Zuvor hatte ich mir Tabellen gemalt, welche Art von Bewegung in wie viel Zeit welche Menge an Kcal verbrannte. All sowas. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits meinen Blog, und war auf diversen pro ana blogs unterwegs. Ich konnte alles herunterbeten. Die klassenfahrt war ungefähr ein halbes Jahr nach dem ersten Klick auf einen solchen Blog. Meinen Blog von damals hatte ich etwa für 3 oder 4 Jahre, ich hatte zwar nur etwas über 40 Leser, aber er war mein Ventil. Bei meinem letzten Erholungsversuch habe ich den log jedoch gelöscht, um mich nicht selber zu triggern, ehrlich gesagt bereue ich diese Entscheidung - ich meine, jetzt schreibe ich ja auch im Internet. Naja.
Ich wurde von Mitschülerinnen gefragt, was und vor allem wieso ich in mein Notizbuch schrieb. Meine Antwort hat wohl ein paar Tips gegeben, denn als in diesem Schuljahr Filme und Referate über Magersucht und Bulemie dran waren, spürte ich stets Blicke auf mir und verkroch mich nur noch mehr.
Ich begann Fotos zu machen. Ich hatte außerdem angefangen meine Beine mit absicht auseinander zu drücken, quasi mit Absicht O-Beine zu bekommen, einfach, weil sie dadurch dünner aussahen.
Tagsüber war niemand zu hause. Obwohl das nicht so ganz stimmt, mein "Vater" war dort, wenn man das so sagen kann. Essen musste ich mir nämlich trotzdem selber machen. Dementsprechend gab es meistens entweder nichts oder einfach nur Brot.
Wir hatten keine Waage zu hause, deshalb kenn ich bis heute meine genauen Daten nicht. Ich glaube dass es ab einem gewissen Punkt ganz schnell ging. Ich kann mich nicht dran erinnern, dass mir langsam alles zu groß wurde. Ich weiß aber noch, wie mein Freund zu mir nach Hause kam, als ich krank im Bett lag. Als ich aufstand und wir uns umarmten, ließ er mich relativ schnell wieder los. Seine Worte Du bist so dünn geworden.
Es ist alles andere als einfach, das so zu schreiben. Und bis ich ungefähr die Abläufe raushatte, verging eine Menge Zeit.
Wenn ich mir heute Fotos anschaue, von der Zeit, wo ich am dünnsten war, weiß ich heute, wie viel ich in etwa gewogen habe. Seit dem Essenstagebuch wog ich mich jedes Mal bei meiner besten Freundin im Bad. Heute fällt mir auf, wie irrational ich war, allein durch die "Krankheit".
Ich kam zu ihr nach Hause und ging aufs Klo, danach stieg ich auf die Waage. Dann gab es Mittagessen, dann stieg ich nochmal auf die Waage. Die nächsten 1 1/2 Stunden verbrachte ich damit durch die Gegend zu hüpfen - hauptsache Bewegung - und alle 5 Minuten wieder auf die Waage zu steigen. Mein tiefstgewicht auf der Waage waren glaube ich 61 oder 62 Kilo. Das ist nicht wenig. Ich habe nicht viel abgenommen durch meine Krankheit, zumindest nicht, was Gewicht angeht.
Mein geschätztes Tiefstgewicht ist unter 60kg. Zwischen 55 und 59kg, was immer noch nicht wenig ist, nicht ungesund ist. Aber der Weg dorthin war es auf jeden Fall.
Ich rede immer noch nicht gerne über mein Gewicht und ich bin mit sicherheit noch weit Weg von einem Weg ohne diese "Krankheit". Ich bin auch noch nicht bereit dazu. Das ist einfach ein Teil von mir. Ich habe es nie "Krankheit" genannt, sondern immer nur Ana. Nicht liebevoll, zum Schluss eher traurig - andererseits was heißt zum Schluss, ich stecke ja noch mitten drin.
Ich wiege mich inzwischen nur noch einmal am Tag, morgens vor dem Frühstück. Wenn ich es vergesse beiße ich mir in den Arsch, weil ich unbedingt wissen will, wie viel ich wiege.
Diese Woche habe ich mich das letzte Mal glaube ich Montag gewogen. Nicht, weil ich es nicht wissen will - oh gott ich will es unbedingt wissen und kann den morgen kaum abwarten - einfach weil ich nirgendwo eine Waage hatte, der ich vetraue.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich mit diesem Post bezwecken will. Wohin er führt.
Vielleicht will ich einfach ein bisschen erzählen.
Vielleicht will ich aber auch klarstellen, dass ich dieses verfickte Ana-Biest hasse und alles dafür geben würde, damals nicht auf den einen Blog geklickt zu haben. Es macht so unglaublich viel kaputt. Nicht nur den Körper, es hat all meinen Beziehungen geschadet, bzw. schadet meiner jetzigen Beziehung enorm, es schadet meinem Sozialleben - jemand will mit euch Eis essen gehen, aber ihr könnt kein Eis essen, einfach weil ihr Angst habt.
Für mich ist es nicht direkt eine Sucht, der Name Magersucht trifft es finde ich nicht. Ich bin nicht süchtig danach dünn zu sein, nein, ich habe einfach immense Angst davor dick zu sein. Daraus resultiert Angst vor dem Essen. Bei mir zumindest.
Ich sollte versuchen zu schlafen. Morgen früh steige ich zum trillionsten Mal in meinem Leben auf die Waage. Und es fällt mir sehr sehr schwer es einzugestehen: so sehr ich meine "Krankheit" auch hasse, so ist sie doch ein Teil von mir. Und es gibt Tage, da gefällt es mir ganz und gar nicht, dass die Dinge nicht mehr so sind wie vor 2 1/2 Jahren.
Und dann erschreckt es mich wieder, wenn ich zurück denke und merke, dass ich mich bereits 5 Jahre damit rumschlage.
Sonntag, 12. April 2015
Okay.
Sonntag, 15. März 2015
Gemeinsam Einsam
Mein Blick wandert immer wieder zu den zwei Frauen, die schräg gegenüber von mir sitzen. Die eine ist sehr androgyn. Sie haben einen Filmstreifen aus dem Fotoautomaten, der in der Feldstraße steht. Ich habe auch solche Filmstreifen. Aber nie mit einem Kuss darauf.
Sie wirken frisch verliebt, gleichzeitig wie ein altes Ehepaar.
Ich werde traurig.
Sie genießen solche Zweisamkeit, während ich alleine auf dem weg nach Hause bin - nach einem sehr komischen Geburtstag mit sehr schlechter Musik.
In letzter Zeit wird es immer schwieriger. Das essen ist ein Kampf - ich kenne kein Mittelmaß. Ich versinke in Arbeit. Ich kann so schlecht allein sein. Gleichzeitig ist es eines der wenigen Dinge, in denen ich wirklich gut bin.
Ich fühle mich ausgelaugt. Ohne Energie. Ich brauch ne Pause.
Aber wovon? Vom Leben? Vielleicht.
Sonntag, 8. März 2015
Dienstag, 17. Februar 2015
Gibst du Opi Opium, bringt Opium Opi um.
Es ist ein Kalendergewitter. Die Tage ziehen an mir vorbei und die Monate mit ihnen. Mal schleichen sie leise, mal rasen sie und sind dabei nicht zu bändigen.
Heute hat mein Vater Geburtstag. Ich weiss nicht mehr, wann ich seinen Geburtstag das letzt mal mit ihm verbracht habe. Letztes Jahr? Ich glaube nicht. Das davor? Sicher nicht. Davor? Wer weiss. Ist es wichtig? Sind sie wichtig, die Geburtstage?
"Erwachsenenleute" - so nennt T. die Über-20-jährigen. Die Geburtstage der "Erwachsenenleute" scheinen mit jedem Jahr unwichtiger zu werden. Bis auf einmal wieder Einladungen verschickt werden, und Menschen zu Feiern gehen, wo der eigentliche Sinn darin besteht, zu sehen ob "das Geburtstagskind" tatsächlich noch ein Jahr älter geworden ist. Sehnsüchtig sieht sich der ein oder andere schon in Besitz des teuren Geschirrs oder anderem Kram - und vermutlich würden sie nicht mal warten, bis die Leiche ihres "geliebten Freundes / Familienmitglieds kalt wäre.
Woran liegt das? Wieso?
Ich mag meinen Geburtstag auch nicht. Alle sind so nett zu einem - geradezu heuchlerisch - und man weiss nie wirklich was man sagen soll. Aber ich bin noch keine 40+ Frau, die ihr Alter lieber nicht auf einer Geburtstagskarte sehen möchte.
Ich schweife ab.
Kennt ihr Tinkerbell? Oder Tinkabell? Jedenfalls diese kleine Fee im grünen kleidchen, Peter Pans Freundin.
Ich habe eine Bekannte, die ihre Statur hat - und eine Essstörung.
Wieso findet sie Tinkerbell schön, aber sich selbst nicht schön genug?
Ich für meinen Teil fand Tinkerbell nie schön. Ich war immer mehr fasziniert von Peter Pan. Nicht, dass ich Tinkerbell hässlich oder langweilig gefunden hätte, sie war einfach nicht so interessant.
Aber Peter Pan ... Der war interessant. Er besaß eine solch große Überzeugungskraft.
Doch wenn man älter wird, sieht man Peter Pan anders. Und die Geschichte mit den Kindern, die nicht erwachsen wurden - Peter Pan war ein Engel, der die Geister der toten Kinder mit in den Himmel nahm.
Es ist doch seltsam, dass wir auf einmal wieder Kind sein wollen, obwohl wir inzwischen wissen, das viele Sachen gar nicht so sind, wie wir sie damals erfahren haben.
Wie willst du als Kind Weihnachten feiern, wenn du nicht an den Weihnachtsmann glaubst? Wieso tust du deine Milchzähne unters Kopfkissen, obwohl du denkst, dass es die Zahnfee nicht gibt?
Wieso bin ich "nicht krank", obwohl ich weiss, dass ich es bin?
Sonntag, 15. Februar 2015
Bauchschmerzen
Ich kann nichts im Magen behalten. Bauchkrämpfe. Mir wird heiss und kalt. Ich habe das Gefühl, dass mein Körper unter Strom steht.
Mein schal stinkt. Er riecht sauer, ich werde den Geruch nicht aus meiner Nase. Es ist der Geruch von Kotze. War unlustig gestern.
Neueste Errungenschaft: Laktoseintoleranz. Juhu.
Montag, 2. Februar 2015
Flügelschlag | Zahlen
Es ist kaum zu glauben, wie Kleinigkeiten einen Tag beeinflussen.
Ich liege im Bett, mein Magen knurrt. Selbst wenn ich wollte, wir haben nichts zu essen im Haus.
Ich bin fertig. Ich will einfach nur noch schlafen. So viel, wie mein Körper braucht. Schlaf kann er schließlich in Massen von mir bekommen!
Während ich diese paar Wörter auf meinem Handy tippe, fallen mir die Augen immer wieder zu.
Meine Gedanken schweifen ab; ich Frage ich, was morgen wohl für eine Zahl dort steht? Höher? Niedriger? Oh bitte lass sie niedriger sein!
Es ist anstrengend, wenn es jeden Tag in deinem Leben um Essen geht. Zu viel, zu wenig, wie viel überhaupt?
Die zahlen, ja die halten alles ein bisschen im Rahmen - wieviel kcal, wie viel fett, wie viel Kohlenhydrate? Wie viele Minuten war ich heute in Bewegung? 60, 120 oder mehr als 200?
Es ist anstrengend.
Es wird romantiesiert.
Und das nervt.
Es ist einfach anstrengend, nicht tragisch oder "romantisch".
Ich mache jetzt meine Augen zu und gehe zu Alice, sie erwartet mich bereits, Hutmacher und Kaninchen sind mit von der Partie.
Reingehauen.
P.S.: der riesige weisse Fleck ist mein Brustkorb, nicht mein tittchen.
Mittwoch, 28. Januar 2015
Kopfgewitter
Ich soll zu Ts Geburtstag kommen. Es ist schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen. Ich will dahin. Aber zu der Zeit bin ich grade bei G. Ich müsste früher weg, damit ich den Geburtstag noch schaffen könnte.
Zuhause stapeln sich die Umzugskartons, jetzt wird es langsam ernst.
Alles geht mir grade n bisschen aufn Sack. Wieso kann ich nicht wie andere sein? Warum muss ich immer an allen rummeckern? Das macht es doch auch nicht besser.
Wieso kann ich nicht normal sein?
Gibt es einen Grund, warum ich diese Scheisse mit mir rumschleppen muss? Ich bin unzufrieden, so gut wie immer. Ich will mein Gewicht auf XY bringen, aber wenn es auf XY ist, reicht mir das nicht. Es wird nie reichen. Es wird nie genug sein.
"Hol dir Hilfe" sagen sie. Wieso können die mir denn nicht helfen? Niemand begreift es. Nur weil ich esse, heisst es nicht, dass ich gesund bin. Oder dass ich genug esse. Nur weil ich letzte Woche schwimmen war, es über mich bringen konnte im bikini rumzulaufen, wo jeder alles sehen kann, wo jeder sieht, dass ich ein riesiges Desaster auf zwei Beinchen bin, heisst es noch lange nicht, dass ich gesund bin.
So wie ich das sehe, hat man zwei Optionen; Option a) man lebt mit seiner Krankheit und sich selbst, Option b) man stirbt daran.
Ich bin nicht bereit aufzugeben, ich bin nicht bereit zu sterben.
Dienstag, 27. Januar 2015
MDMA 2.0
Die Lichter sind sehr grell. Im Himmel über uns haben sich zwischen den Wolken kleine blaue Löcher gebildet. Die Bäume krümmen sich, als würden sie von einer Glaskuppel zusammen gepresst werden.
6 Stunden, 244mg, es war ein schöner Trip.
Seit Weihnachten sagt die Waage fast -4kg. Immerhin.
Ich habe "zu Hause" kein Internet. Erst in meiner neuen Wohnung wieder (irgendwann nächsten Monat). Und jetzt habe ich es endlich geschafft per Handy in dieses verfickte Konto zu kommen.
Morgen mehr, G. Kommt gleich wieder.
Aloha.
Dienstag, 6. Januar 2015
MDMA
Nach dem Umzug muss ich in die Drogerie, meine ganzen kleinen netten Pillen kaufen, die ich so gerne nehme.
Die nächste Zahl ist auf safe geknackt.
Mal gucken.
G. ist leider wieder weg, ich habe ein bisschen geweint, er auch. Furchtbar, alles furchtbar.
Sonntag 80. Geburtstag juhu.
Freitag vorher nochmal ein bisschen trippen.
Ich habe grade was witziges rausgefunden: wenn ich meinen BMI per Taschenrechner ausrechne ist er fast 3 Zahlen niedriger als im Internet bei diesen tollen Programmen. Und ja, die Formel stimmt. Lustig was, haha ja. Supi.
Reingehauen.
