Mittwoch, 27. Juli 2016

zeitgeflüster

"es ist nicht immer einfach", sage ich mir selbst und ziehe an meiner zigarette.
sie schmeckt mir nicht besonders gut, aber da die tanke schon zu hat und der automat vor der haustür nicht unbedingt die beste auswahl hat, muss das eben genügen.
sowieso sollte es ja nicht um den genuss gehen.
es geht um die sucht.
ich werde langsam paranoider.
c. kann sich wohl nicht entscheiden, was er besser fände - wenn ich die letzten zwei kilos noch knacke oder wieder fünf zu nehme.
alles schwachsinn, denke ich.
im moment hat mich das leben mal wieder eingeholt.
oder besser gesagt, ist es mir aufgelauert und hat mir dann richtig in die fresse gehauen.
nix mit "mach ich morgen", nix mit zudröhnen bis zum anschlag, nix mit rosarot.
und - leider - nix mit sich vor dem essen drücken.
ich würde lügen, wenn ich sage, dass es mir gut geht.
einerseits geht es mir unglaublich gut, der himmel ist blauer als vorher, das gras grüner und so weiter.
aber andererseits, und das lässt die liebe nun mal aus dem spiel, andererseits geht es mir gar nicht gut.
ich habe kaum hunger.
wenn doch, dann muss ich schon genau kalkulieren.
mal eben so noch ne schale cornflakes zum beispiel - ist zur zeit nicht drin, geht einfach nicht.
mir geht es eigentlich sehr gut mit meinem gewicht, beziehungsweise meinem körper.
heute eher weniger, aber sonst durchaus.
sachen passen, sind zu groß, sehen besser an mir aus.
aber diese fast panische angst, durch diese schale cornflakes zuzunehmen, ist der horror.
oder viel mehr ist es eigentlich die angst davor, einen stein ins rollen zu bringen.
es ist schwierig.
die drogen taugen auch nicht mehr so viel.
wenn, dann muss ich mich schon ziemlich wegknallen.
deswegen fällt manches jetzt erst einmal weg (bis freitag vermutlich, unter der woche läuft da sowieso reinen gewissens nichts bei mir).
ich kiffe viel mehr. zu viel vielleicht.
dafür rauche ich nicht mehr ganz so viel, bloß in gesellschaft und alkohol.
manchmal ist dann auch der alkohol gesellschaft genug.

ich habe meinem vater bereits drei mal versucht zu erzählen, dass ich im september umziehen werde.
er hat nicht zugehört.
weiss also noch nichts davon und wird mir dann vorhalten, dass ich ihm nie etwas erzählen würde.
ich werde vor heimweh sterben, wenn ich hier bin, das weiß ich.
und es macht mir ziemliche angst.
ich vermisse jetzt schon die luft, die straßen, die geheimen ecken, die abgeranzten clubs, meine menschen.

ich korrigiere mich hier jetzt noch mal, mir geht es nicht gut.
mir geht es beschissen furchtbar.
hin und her gerissen, obwohl es keine entscheidung zu treffen gibt.
denn die liebe ist nun einmal hier.
wer weiß, wie lang.
aber erstmal ist sie hier.
alles ist vergänglich.
auch das glück.

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